Entscheidung zu Wind-Riesen im Wald nicht mehr in diesem Jahr

Wür­den den Her­mann um ein Viel­fa­ches über­ra­gen, die Prin­zen­pro­pel­ler.

Der Kreis Lip­pe wird das Ver­fah­ren zu den bean­trag­ten 13 Indus­trie­wind­an­la­gen an der Gau­se­kö­te nicht mehr in die­sem Jahr abschlie­ßen kön­nen. Das ergibt sich aus einer heu­te ver­brei­te­ten Pres­se­mit­tei­lung der Behör­de.

Das Ver­fah­ren wer­de wei­ter bei der Unte­ren Immis­si­ons­schutz­be­hör­de bear­bei­tet, heißt es da. Aktu­ell wer­de geprüft, ob das Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren wei­ter­ge­führt wer­den kann oder ob der Kreis den Bau der Anla­gen ableh­nen muss. Für die fina­le Ent­schei­dung müs­se die Ver­wal­tung noch auf Unter­la­gen vom Bun­des­amt für Infra­struk­tur, Umwelt­schutz und Dienst­leis­tun­gen der Bun­des­wehr war­ten, um die­se in die Prü­fung ein­be­zie­hen zu kön­nen.

Wie der Kie­bitz bereits am 1. Dezem­ber berich­te­te, dro­hen Kla­gen sowohl vom Antrag­stel­ler West­fa­len­Wind, der das Pro­jekt für den Prin­zen Lip­pe betreibt, als auch von der Bun­des­wehr, die eben­so wie die bri­ti­schen Streit­kräf­te die gigan­ti­schen Anla­gen auf dem Kamm des Teu­to­bur­ger Wal­des am Ran­de des Trup­pen­übungs­plat­zes Sen­ne­la­ger kei­nes­falls dul­den wird.

Aus dem Wald an der Gau­se­kö­te möch­ten man­che ein Indus­trie­ge­biet machen – ein Wind­in­dus­trie­ge­biet.

„Wir wis­sen, dass auch in der Bevöl­ke­rung ein gro­ßes Inter­es­se besteht, dass wir hier schnell zu einem Ent­schluss kom­men. Unse­re Hoff­nung, noch in die­sem Jahr Klar­heit zu schaf­fen, hat sich aller­dings nicht erfüllt“, erklärt Ute Röder, zustän­di­ger Ver­wal­tungs­vor­stand beim Kreis Lip­pe.

Die Luft­fahrt­be­hör­de hat­te im Okto­ber auf­grund eines Ein­wan­des der bri­ti­schen Streit­kräf­te die Zustim­mung zu dem Pro­jekt ver­sagt. Auf­grund der gesetz­li­chen Rege­lun­gen ist der Kreis an die­se Wei­ge­rung gebun­den. Gleich­zei­tig ist aber auch gesetz­lich gere­gelt, dass sich der Antrag­stel­ler vor einer Ableh­nung äußern darf. Sowohl die Inhal­te der Rück­mel­dung des Antrag­stel­lers Ende Okto­ber als auch wei­te­re Äuße­run­gen des Bun­des­amts sind jetzt sorg­fäl­tig zu prü­fen.

Der Kreis bestä­tigt die Dar­stel­lung des Kie­bitz nach wei­te­ren Gesprä­chen mit der Bezirks­re­gie­rung Müns­ter (in NRW zustän­di­ge Luft­fahrt­be­hör­de) und dem Bun­des­amt.

„Der Umfang die­ses Geneh­mi­gungs­ver­fah­rens ist bis­her ein­zig­ar­tig und hoch kom­plex. Es sind vie­le Fra­gen zu klä­ren, gera­de hin­sicht­lich des NATO-Trup­pen­sta­tuts und der mili­tä­ri­schen Belan­ge. Am Ende muss eine fun­dier­te, rechts­si­che­re Ent­schei­dung ste­hen, da die Ver­wal­tung sowohl von Sei­ten des Antrag­stel­lers als auch der Bun­des­wehr signa­li­siert bekom­men hat, dass die Ent­schei­dung von einem Gericht geprüft wer­den wird“, Olrik Mey­er, Fach­be­reichs­lei­ter Umwelt, Ener­gie und Mobi­li­tät.

Angeb­lich deva­stier­te (zer­stör­te) Wald­flä­che. (Foto: Vol­ker Ammer)

Aller­dings spre­chen nicht nur die Ein­wän­de des Mili­tärs gegen den Bau der Prin­zen­pro­pel­ler im Wald an der Gau­se­kö­te. Nicht ver­ges­sen wer­den darf, dass unab­hän­gig von den poli­tisch-mili­tä­risch-recht­li­chen Fra­gen, auf die sich die Debat­te in den ver­gan­ge­nen Wochen zuge­spitzt hat, immer noch die gewich­ti­gen natur­schutz­fach­li­chen Argu­men­te gegen den Plan der Rie­sen­pro­pel­ler auf dem Kamm des »Teu­to« spre­chen. Die angeb­lich ver­wüs­te­ten Flä­chen, die angeb­lich »aus­schließ­lich« für die Indus­trie­wind­a­na­gen platt­ge­macht wer­den sol­len, sind lang­jäh­ri­gen Ken­nern zufol­ge so deva­stiert nicht.

Hier wur­den und wer­den aus rein kom­mer­zi­el­len Inter­es­sen die mas­si­ven schlim­men Fol­gen für Fau­na und Flo­ra und für die Tou­ris­mus­re­gi­on Lip­pe bewusst klein­ge­re­det. Etwa könn­te die Adler­war­te Det­mold ihren Betrieb ein­stel­len, gin­gen die Wind-Rie­sen in Betrieb.

Es nimmt daher nicht wun­der, dass auch der welt­be­kann­te Wald­ex­per­te Peter Wohl­le­ben wie vom Kie­bitz mehr­fach berich­tet ein­deu­tig Stel­lung bezo­gen hat gegen die Indus­tria­li­sie­rung der Wäl­der zum Zwe­cke der Ener­gie­ge­win­nung.

Schreibe einen Kommentar