Gerät führt keine Kriege

Boris Pis­to­ri­us (SPD) packt an. Der Bun­des­ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter treibt im Früh­jahr 2023 unter Hoch­druck jene „Zei­ten­wen­de“ vor­an.

Mer­kur

Tex­te wie die­ser häu­fen sich. Auf allen Kanä­len. Und jedes Mal den­ke ich: Es wird immer nur über Hard­ware gere­det – Pan­zer, Hau­bit­zen, Kampf-Jets etc.. Das greift viel zu kurz.

Wer bedient denn im Zwei­fel das gan­ze Gerät? Fährt die Pan­zer, fliegt die Jets, lädt die Geschüt­ze? Die jun­gen Leu­te, die sich im Netz an den kriegs­spiel­ar­ti­gen Video­schnip­seln auf­gei­len, wenn da ein rus­si­scher Pan­zer »ent­korkt« wird? Holen die zahl­lo­sen Exper­ten, die im TV pau­sen­los den Krieg erklä­ren, for­dern, unter­stüt­zen, ihre Uni­for­men aus dem Schrank und zie­hen an die Front? Oder hät­ten der Grü­ne Anton Hof­rei­ter und Marie-Agnes Strack-Zim­mer­mann von der FDP viel­leicht Bock auf den Gra­ben­fuß?

Woher kommt das Menschenmaterial?

Wer ist denn noch wehr­haft? Wer weiß denn noch, was Wehr­dienst – oder über­haupt Dienst – bedeu­tet? Wer wäre denn im Ernst­fall bereit, zu ver­let­zen und zu töten – mit dem Gewehr, der Pis­to­le, der Hand­gra­na­te, mit dem Mes­ser, mit dem Spa­ten? Wer wür­de denn Schwerst­ver­letz­te unter Beschuss ber­gen, ver­sor­gen kön­nen? Und wer wäre auch bereit, selbst zu ster­ben, sich ver­stüm­meln zu las­sen?

Die Bereit­schaft, wirk­li­chen Kriegs­dienst zu leis­ten, dürf­te sich in sehr engen Gren­zen bewe­gen.

Wenn man den Plan der Auf­rüs­tung im Sin­ne der »Zei­ten­wen­de« ernst meint, muss die Wie­der­ein­füh­rung der Wehr­pflicht – und des Zivil­diens­tes – auf die Tages­ord­nung. Viel­leicht ein Miliz­sys­tem., wie es die Schweiz seit lan­gem prak­ti­ziert.[1]Wehr­dienst Schweiz Dar­an führt nach mei­ner Mei­nung kein Weg vor­bei.

Oder wir hal­ten auf dem unter den Grü­nen und der SPD und der FDP im Eil­marsch beschrit­te­nen Weg inne und den­ken nach, ob wir das wirk­lich alles so wol­len. Eine ernst­haf­te gesell­schaft­li­che Debat­te dar­über hat noch nicht mal begon­nen. Fragt sich, wer die (an-)führen soll­te. Die trend­hö­ri­gen Medi­en tau­gen dafür schon lan­ge nicht mehr, da sie sich vom Netz­mob trei­ben las­sen und sich lie­ber pau­sen­los an irgend­ei­nem woken Iden­ti­täts-Scheiß abar­bei­ten.

Frei­wil­li­ge vor! Wie wäre es mit den Kir­chen? Ist doch Ostern. Da war doch mal was.

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1 Wehr­dienst Schweiz

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