Schlechte Zeiten für Friedenstauben

MIt Lydia Aisen­berg im Nor­den Isra­els. Habe viel von ihr gelernt.

In die­sen Tagen den­ke ich oft an Men­schen wie die wun­der­ba­re Lydia Aisen­berg von Givat Havi­va, die ich im Kib­butz Mish­mar Ha’E­mek ken­nen­ge­lernt habe. Leu­te, die sich seit Jahr­zehn­ten für Frie­den und Ver­stän­di­gung zwi­schen Juden und Paläs­ti­nen­sern ein­set­zen.
Was muss jetzt in ihnen vor­ge­hen, wenn sie sehen, wie alles in Trüm­mer fällt?
So trau­rig.

Apro­pos: Es sieht so aus, als hät­te ich mich noch gar nicht zur erschüt­tern­den Gewalt im Nahen Osten geäu­ßert. Doch das täuscht. Ich habe bis­her ledig­lich auf Mast­o­don bzw. Fri­en­di­ca Stel­lung bezo­gen, nicht hier. Und das mit einer Klar­heit, die einem im Fedi­ver­se kei­nen Applaus ein­bringt.

Alles ganz fried­li­che Leu­te, ja?

Nach die­sem him­mel­schrei­end heim­tü­cki­schen, ver­bre­che­ri­schen Groß­an­schlag der Hamas hat es mich ver­stört zu sehen, wie sofort von vie­len Sei­ten, aus vie­len Län­dern Stim­men laut wur­den, die min­des­tens rela­ti­vie­rend waren oder die Schuld gleich ganz Isra­el zuscho­ben. Da waren sich Laut­spre­cher von links und rechts unun­ter­scheid­bar einig. Wider­lich.

Eine Wei­le habe ich noch ver­sucht, dage­gen zu argu­men­tie­ren, aber das ist völ­lig sinn­los. Danach habe ich nur noch getan, was ich ange­kün­digt hat­te: Hamas-Afi­ci­o­na­dos zu blo­cken, wann immer ich sie sah. Jeden Tag dut­zend­wei­se. Aber da kam ich schon bald nicht mehr nach (Bei­spie­le s.o.).

Ein Post von mir auf Fri­en­di­ca.

Dann habe ich ver­stan­den, dass die­ser Hass auf Isra­el – genau­er gesagt auf Juden – nicht nur von einer klei­nen Min­der­heit im Fedi­ver­se pro­pa­giert wird. Wenn auch nicht von der Mehr­heit. Und selbst wenn es nur eine Min­der­heit ist, so sind es für mei­nen Geschmack noch immer zu vie­le, die da Täter-Opfer-Umkehr betrei­ben. Und das aus­ge­rech­net in einem Netz­werk, das sich als Matrix kusche­li­ger Gut­men­schen-Pro­jek­te begreift.

Sehr bedrü­ckend emp­fand ich außer­dem das dröh­nen­de Schwei­gen vie­ler Accounts. Extrem viel­sa­gend.

Auf die­se toxi­sche Gesell­schaft kann ich ver­zich­ten. Daher habe ich mei­nen all­ge­mei­nen Mast­o­don-Account und kurz dar­auf – auch aus noch ande­ren Grün­den – eben­falls den bei Fri­en­di­ca gelöscht. [1]Im Übri­gen gilt nach wie vor, was ich vor bald drei Jah­ren schon schrieb.

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1 Im Übri­gen gilt nach wie vor, was ich vor bald drei Jah­ren schon schrieb.

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